Das DSC-Schadstofflexikon

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DDT

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide.

Gehört zu den HKW, Untergruppe SCKW.

Vertreter aus der Gruppe: „Dreckiges Dutzend“.

Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) ist der Hauptvertreter der chlorierten cyclischen Kohlenwasserstoffe und der Prototyp eines persistenten Insektizids mit breitem Wirkumsspektrum. Zu den weiteren wichtigsten chlorierten cyclischen Kohlenwasserstoffen gehört neben DDT auch Aldrin, Dieldrin, Endosulfan und Lindan. DDT wird in einigen Ländern in der Landwirtschaft großflächig als verstäubtes Trockenpulver (z. B. Verstäubung aus dem Flugzeug), als wässrige Verdünnungen mit Emulgatoren oder in organischer Lösung als Spray eingesetzt (Malariaprophyloaxe !). DDT ist gut fett-, aber nur minimal wasserlöslich, ubiquitär und durch die sehr hohe Geo- und Bioakkumualtionstendenz charakterisiert.

Der Gebrauch von DDT ist in einigen Ländern, wegen der Unsicherheit der Halbwertzeit, gesetzlich eingeschränkt worden. Hier in Deutschland ist der Gebrauch gänzlich verboten (DDT-Gesetz vom 07.08.1972). In Nahrungsmitteln darf der Rückstandsgehalt nicht größer als 1 mg/kg sein.  

In tausenden ostdeutscher Wohnungen gefährdet DDT die Gesundheit der Bewohner. Zwischen 1970 und 1989 sind in der DDR etwa 21.000 Tonnen des DDT-haltigen Holzschutzmittels Hylotox produziert und versprüht worden.  

Schadwirkung und Umweltverhalten:

DDT ist sehr beständig, es widersteht weitgehend sowohl meteorologischen als auch metabolischen Einflüssen. Der globale Abbau von DDT ist noch nicht sicher bekannt. Es wird von einer wahrscheinlichen Halbwertzeit von 10 Jahren und mehr ausgegangen. Hierdurch wird einerseits die Beständigkeit einer nachhaltigen pestiziden Wirkung garantiert. Andererseits reichert sich das DDT in der Umwelt an. Obwohl DDT nur sehr gering wasserlöslich ist, gelangt der Stoff zum Beispiel bei einem Plantageneinsatz in den Boden und mit den Oberflächengewässern in Seen und Meere. Der in den Meeren vorhandene Plankton, welcher das Hauptnahrungsmittel zahlreicher Meerestiere ist, nimmt das DDT hauptsächlich auf und es gelangt somit in die Nahrungskette.  

Ist das DDT in einem gelösten Zustand, so wird es sehr schnell und komplett entweder enteral (über den Darm) oder dermal (über die Haut) aufgenommen und lagert sich im Fettgewebe ab. Es hat eine sehr lange Halbwertzeit von ca. 1 Jahr und kann durch die Verabreichung von Paraffinöl wesentlich verringert werden. In Tierversuchen an Mäusen ist beobachtet worden, dass DDT eine krebserzeugende Wirkung besitzt (Leberkarzinome). Darüber hinaus wurden bei Tieren mutagene Wirkungen festgestellt und es sind Schädigungen des Immunsystems manifestiert.

Resorbiertes DDT verteilt sich überwiegend in die Fettdepots, aus denen es nur sehr langsam mobilisiert wird. Die Eliminationscharakteristik ist kompliziert und erklärt sich aus dem Metabolismus: aus DDT kann enzymatisch HCl abgespalten werden, einmal unter der Bildung des Dichlorethylenderivats (DDE), zum anderen reduktiv unter Bildung des Ethan-analogen (DDD), welches in mehreren Schritten relativ rasch zur entsprechenden Essigsäure (DDA) oxidativ dechloriert wird. Dieser Metabolit sowie phenolische Oxidationsprodukte sind leicht nierengängig. Im Fett wird neben DDT das schlecht abbaubare DDE gespeichert. Es kann aber auch eine reine Dechlorierung der HCl-Abspaltung vorausgehen; das gebildete DDMU ist dem Vinylchlorid vergleichbar und wird wie dieses in ein reaktives Epoxid umgewandelt, das für die an Mäusen beobachtete krebserzeugende Wirkung von DDT verantwortlich sein könnte.  

Solange die Fettdepots nicht abgebaut werden, ist das DDT meist wirkungslos. Bauen sich aber die Fettdepots zum Beispiel durch Diäten, Hunger oder bei zehrenden Krankheiten wie beispielsweise Krebs sehr schnell ab, dann können die Konzentrationen in allen Geweben und im zentralen Nervensystem stark ansteigen.  

Darüber hinaus ist DDT ein Nervengift. In geringen Konzentrationen erzeugt es Übererregbarkeit. Liegen höhere Konzentrationen vor, so kann es zu Lähmungen kommen.  

 

Eine Akute Vergiftung liegt vor, wenn nach ca. ½  bis 1 Stunde nach der Einnahme von  größeren DDT-Mengen eine Zungentaubheit auftritt. Weiterhin folgen Parästhesien an Extremitäten und Rumpf, Reizbarkeit, Unruhe, Schwindel. Manchmal kommt noch Übelkeit hinzu. Erbrechen kommt nur selten vor. Anfangend mit Tremor setzen tonisch-klonische Krämpfe ein. Motorische und sensible Lähmungen können unter Umständen als Spätfolgen zurückbleiben. Ebenfalls bekannt sind dermale Veränderungen durch DDT.

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Dechlorierung

Entfernung von Chlor aus Chemikalien/Stoffen. Unter Dechlorierung im engeren Sinne versteht man die Entfernung von Chlor aus Leichtflüchtigen Chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW). Leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) mit bis zu drei Chloratomen können durch mikrobielle Aktivität dechloriert werden. Tetrachlorethen (PCE) und Tetrachlormethan (Tetra) werden nur unter anaeroben, reduktiven Bedingungen von Mikroorganismen metabolisiert, wobei meist niedriger chlorierte, kanzerogene und toxische Metabolite wie Vinylchlorid und Chloroform entstehen.

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DEHP:  siehe auch: Phthalate

DEHP wird als Weichmacher in Kunststoffen (auch Einrichtungsgegenstände) eingesetzt. Beschrieben sind Leber- und Nierenveränderungen sowie Übelkeit und allgemeines Krankheitsgefühl.

  

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Dehalogenierung

Entfernung von Halogenen (insbesondere Chlor) aus Chemikalien/Stoffen. Unter Dehalognierung im engeren Sinne versteht man die Entfernung von Halogenen aus Leichtflüchtigen Halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW). Leichtflüchtige Halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) mit bis zu drei Chloratomen können durch mikrobielle Aktivität dehalogeniert werden. Tetrachlorethen (PCE) und Tetrachlormethan (Tetra) werden nur unter anaeroben, reduktiven Bedingungen von Mikroorganismen metabolisiert, wobei meist niedriger halogenierte, kanzerogene und toxische Metabolite wie Vinylchlorid und Chloroform entstehen.

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Diazinon

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide.

Diazinon gehört zu der Gruppe der organischen Phosphorsäureester und besitzt eine hohe Toxizität für Mensch und Tier. Diazinon wird als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt.

Die Giftwirkung beruht, vereinfacht dargestellt, darauf, dass lebenswichtige Fermente des Nervensystems blockiert werden und dadurch ihre Wirkung unterbunden wird. Leichte Vergiftungen äußern sich durch Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwächegefühl, Schwitzen, leichte Brustschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

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Dibutylphthalat

Dibutylphthalat findet Verwendung in der Zellstoffherstellung und in Lacken. Bei der Einatmung stärker toxisch als bei oraler Aufnahme, gut fettlöslich, Schädigung des Immunsystems, hautresorptiv, in hoher Dosis vermutlich mutagen, bei Ratten und Mäusen in hoher Dosis karzinogen.

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Dichlorethen

Gehört zu den HKW, Untergruppe LCKW.

Farblose Flüssigkeit mit chloroformartigem Geruch. 1,2-Dichlorethen dient als Lösungsmittel für Fette, Öle, Harze und Kautschuk und ist Bestandteil von Kontaktklebern, Parfüms und Polster- und Teppichreinigern.

Die Isomere Cis- und trans-1,2-Dichlorethen bilden sich bei der anaeroben Transformation von Tetra- und Trichlorethen z. B. in Deponien, im Faulschlamm, in kontaminiertem Gewässer oder anaerobem Boden neben geringen Mengen 1,1-Dichlorethen. Photooxidation in Luft zu HCOOH, HCL und CO.

Im Grundwasser kann Vinylchlorid (VC) unter bestimmten Mieubedingungen durch mikrobiologische Vorgänge aus Cis-1.2-Dichlorethen entstehen. Bei dieser als reduktive Dehalogenierung bezeichneten Abbaukette entstehen bei vollkommener Umwandlung nacheinander folgende Verbindungen:

Tetrachlorethen TrichlorethenDichlorethenVinylchlorid – Ethen/Ethan

Je nach Standortbedingungen kann der Abbau bei Vinylchlorid enden. Da Vinylchlorid wesentlich toxischer ist als die Vorgängersubstanzen, kommt es in diesem Falle zu einer starken Zunahme der Toxizität und die Sanierungsrelevanz des Grundwassers wird deutlich erhöht.

 

Dichlorethen ist ein DNAPL (Dense non aquous phase liquid, deutsch: Schwerphase). Sehr hohes Gefährdungspotential für Boden und Grundwasser.

 

Siehe auch:

Migrationsverhalten organischer Grundwasser-Inhaltsstoffe und daraus resultierende Ansätze zur Beurteilung von Monitored Natural Attenuation (MNA)

Migration und Dechlorierierung von LCKW in Grundwasserleitern
Erkenntnisse aus der gutachterlichen Bearbeitung von Grundwasserschäden und Hinweise zur Anwendung von MNA

Vergleich von LCKW-Grundwassersanierungen durch „Pump and Treat“ und Reaktiven Systemen – Verfahren und Kosten

DNAPL in Boden und Grundwasser – Verhalten von LCKW und PAK-Ölen

Grundwasserverunreinigungen durch LCKW
- Entwicklung des Kenntnisstandes über vier Jahrzehnte –

Sanierungsoptimierung von CKW-Grundwasserschäden
- Möglichkeiten zur Reduzierung der Sanierungskosten -

Kosten zur Sanierung von Grundwasserverunreinigungen durch CKW
und Ansätze zur Definition der Verhältnismäßigkeit von Sanierungsmaßnahmen

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Dichlofluanid

Dichlofluanid ist der am meisten verwendete Wirkstoff gegen Bläuepilze, er wird auch häufig als Konservierungsmittel in Dispersionsfarben und wasserlöslichen Lacken und Lasuren eingesetzt. Die Anwendungskonzentrationen im chemischen Holzschutz liegen bei ca. 0,5 %. 

Schadwirkung:

Zur Toxizität von Dichlofluanid liegen nur wenig Erkenntnisse vor. In Tierversuchen traten Augenreizungen und Sensibilisierungen auf, bei hohen Dosen unspezifische Symptome. Beim Menschen wurden ebenfalls Sensibilisierungen beobachtet. Auffallend ist eine im Tierversuch hohe inhalative Toxizität gegenüber einer eher geringen oralen Toxizität. In der Gefahrstoffverordnung ist Dichlofluanid als reizend und umweltgefährlich eingestuft, obwohl es nach der inhalativen Toxizität als sehr giftig gelten müßte. Neueren Untersuchungen zufolge gibt es einige Hinweise auf ein mutagenes und krebserzeugendes Potential von Dichlofluanid. Chronische Schäden bei Einwirkungen von kleinsten Dosen sind bislang nicht untersucht worden. Zu befürchten sind jedoch sensibilisierende Wirkungen und Einfluß auf die Fruchtbarkeit. 

 

Mögliche Auswirkungen einer Dichlofluanidaufnahme:

Übelkeit, Atemstörungen, Kopfschmerzen, Erregung, Blutverfärbung, Mangel an roten Blutkörperchen Leber- und Nierenfunktionsstörungen, sensibilisierende Wirkungen, Einfluß auf die Fruchtbarkeit.

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Dichlormethan (DCM)

Gehört zu den HKW, Untergruppe LCKW. Es handelt sich um sog. DNAPL.

Farblose, nicht brennbare Flüssigkeit. Wird zusammen mit den anderen drei LCKW Tetrachlorethen, Trichlorethen und 1.1.1-Trichlorethan als die „vier schwarzen Schwestern“ bezeichnet, da diese Stoffe in extremem Maße zu LCKW-Boden- und Grundwasserverunreinigungen geführt haben. Etwa die Hälfte wird in Betrieben als Kaltreiniger verwendet, um Metalle zu entfetten. Die Lebensmittelindustrie verwendet DCM als Extraktionsmittel für verschiedenste Anwendungen, z. B. um entcoffeinierten Kaffee herzustellen. Weitere Verwendung findet DCM in der Textil-, Leder- und Kunststoffindustrie. Im Haushalt findet sich DCM in Fleckenentfernern, Abbeizmitteln und Sprays.

In der Atmosphäre wird es mit einer Halbwertszeit von etwa acht Monaten abgebaut, hat also genug Zeit, sich weiträumig zu verteilen. DCM steht unter Krebsverdacht. Es wandert ins Nervensystem, ist gut fettlöslich und wird im Körper zu giftigen Folgeprodukten umgesetzt. Eine langandauernde Exposition mit geringen Mengen gilt als schädlicher als eine kurzzeitige Exposition mit großen Mengen und kann zu degenerativen Störungen des Nervensystems führen. DCM wirkt mutagen, nicht aber teratogen.

Für einen LCKW ist DCM mit ca. 20.000 mg/l sehr gut wasserlöslich. Kann unter anaeroben Bedingungen durch biologischen Abbau aus Tetrachlormethan oder Trichlormethan gebildet werden (z. B. Deponien, Faulschlämme, reduzierende Grundwässer). Das Gefährdungspotential für Grundwasserverunreinigungen ist hoch, aber aufgrund des guten biologischen Abbaus deutlich geringer als das der LCKW Tri- und Tetrachlorethen.

 

Siehe auch:

Bodenluftsanierungen  Theoretische Grundlagen und Praxiserfahrungen

Migrationsverhalten organischer Grundwasser-Inhaltsstoffe und daraus resultierende Ansätze zur Beurteilung von Monitored Natural Attenuation (MNA)

Migration und Dechlorierierung von LCKW in Grundwasserleitern
Erkenntnisse aus der gutachterlichen Bearbeitung von Grundwasserschäden und Hinweise zur Anwendung von MNA

Vergleich von LCKW-Grundwassersanierungen durch „Pump and Treat“ und Reaktiven Systemen – Verfahren und Kosten  

DNAPL in Boden und Grundwasser – Verhalten von LCKW und PAK-Ölen

Grundwasserverunreinigungen durch LCKW
- Entwicklung des Kenntnisstandes über vier Jahrzehnte –

Sanierungsoptimierung von CKW-Grundwasserschäden
- Möglichkeiten zur Reduzierung der Sanierungskosten -

Kosten zur Sanierung von Grundwasserverunreinigungen durch CKW
und Ansätze zur Definition der Verhältnismäßigkeit von Sanierungsmaßnahmen

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Dieldrin

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide.

Vertreter aus der Gruppe: „Dreckiges Dutzend“.

Chemisch ist Dieldrin das Epoxid von Aldrin. Dieldrin (DDT-verwand) ist bei Tierversuchen etwa fünffach stärker wirksam als  DDT. Dieses Insektizid wirkt sowohl als Fraß- als auch als Kontaktgift. Im Tierversuch wurde eine krebserzeugende Wirkung nachgewiesen. In vielen Ländern nicht mehr zugelassen (z. B. BRD, USA).

Dieldrin ist ein zentrales Krampfgift und bewirkt Schädigungen von Leber, Nieren und Zentralnervensystem. Das Umweltverhalten ist vergleichbar dem von DDT, womit Dieldrin ein starkes Geo- und Bioakkumulationspotential besitzt. Dies führt zu extremen Anreicherungen in der Nahrungskette.

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Digestionstrakt

Verdauungstrakt.

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Dioxine und Furane (chlorierte)

Gehören zu den HKW, Untergruppe SCKW.

Vertreter aus der Gruppe: Dreckiges Dutzend.

Die Verbindungen beider Stoffgruppen gehören zur Klasse der tricyclischen Verbindungen. Sie werden nicht gezielt synthetisiert und kommen natürlicherweise nur in Spuren vor. Chlordibenzodioxine (PCDD) umfassen 75 Isomere und Chlordibenzofurane (PCDF) 135 Isomere. Maßgebliche Eintragsquellen für PCDD/PCDF in die Umwelt sind die Herstellung und Anwendung kontaminierter Chemikalien und Produkte wie PCB, Chlorphenole, Chlorbenzole, Hexachlorophen, Pentachlorphenol u. a., Verbrennungsprozesse in der Techosphäre (industrielle Abbauprodukte, Energieträger, Abwasserschlämme, Krankenhausabfälle) und die Deponierung PCDD- und PCDF-haltiger Abfälle.

Aussagen zur Bedeutung einzelner Eintragsquellen sowie eine Quantifizierung der Gesamtexposition von Umweltkompartimenten und des Menschen sind gegenwärtig nicht möglich. PCDD und PCDF können jedoch als ubiquitäre Chemikalien charakterisiert werden. Der Background Level der Atmosphäre für 2,3,7,8-TCDD (giftigstes aller Dioxine, sog. „Seveso-Dioxin“, siehe auch Seveso) bis Hexa-CDD und –CDF liegt im Fentogramm-Bereich, für Böden und Sediment zwischen 1 – 100 ng/kg. Trinkwässer enthalten weniger als 1 pg/l. Aussagen zum back-ground terrestrischer Organismen und von Nahrungsmitteln sind gegenwärtig nicht möglich. In Fischen werden zwischen 1 – 50 ng/kg 2,3,7,8-TCDD bis Hexa-CDD und –CDF nachgewiesen. Obwohl eine Quantifizierung der Exposition der Bevölkerung nicht möglich ist, wird eingeschätzt, dass Lebensmittel die maßgebliche Expositionsquelle sind. Luft und Trinkwasser sind von untergeordneter Bedeutung.

Die Bevölkerung der Bundesrepublik nimmt im Durchschnitt doppelt soviel Dioxin auf wie das Bundesgesundheitsministerium für zumutbar hält. Hauptquelle in der Nahrung sind Fisch und Rind- oder Kalbfleisch. Fische nehmen Dioxine aus dem Wasser auf, Rinder aus Futterpflanzen von belasteten Böden. Zur Zeit laufen Bestrebungen zur Herabsetzung der Dioxinwerte in Nahrungs- und Futtermitteln.

Schadwirkung und Umweltverhalten:

Die Schadwirkung der Dioxine und Furane gelangte durch den Fall Seveso (Stadt in Norditalien) im Jahre 1976 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Bei diesem Unfall traten größere Mengen des hochgiftigen  2.3.7.8-Tetrachlordibenzo-p-Dioxin (sog. „Seveso-Dioxin“) aus einer Chemieanlage aus. 

Im Tierexperiment erfolgt eine 30 – 50%ige Resorption oral aufgenommener PCDD/PCDF. Die Eliminierungshalbwertzeiten betragen zwischen 12-94 Tagen, bei Rhesusaffen bis zu einem Jahr. Die PCDD/PCDF Akkumulation erfolgt vorzugsweise im Fettgewebe, der Leber, im Muskelgewebe und der Haut. Nachgewiesene 2,3,7,8-TCDD Metabolite sind grundsätzlich von geringerer Toxizität als die Ausgangsverbindung. Bislang nachgewiesene toxische Effekte sind spezies-, alters- und geschlechtsabhängig. Das komplette, derzeit bekannte Wirkungsspektrum ist nicht bei jeder Versuchstierspezies feststellbar. Gewichtsverluste, Thymusatrophie, Wirkungen auf das Immunsystem, Hepatotoxität, reproduktive Effekte, Teratogenität, Karzinogenität sowie dermale Toxizität sind maßgebliche Effekte entsprechender Intoxikationen. Chlorakne ist das charakteristischste und am häufigsten feststellbare Wirkungssymptom beim Menschen. Neben 2,3,7,8-TCDD werden 12 weitere Isomere als hoch toxisch bewertet. Dabei handelt es sich um Isomere der kongeneren Gruppen von Tetra-, Penta-, Hexa- und Heptachlordibenzodioxin und –dibenzofuran. Die teilweise erheblichen Unterschiede in der Toxizität der Isomere sind gegenwärtig nicht erklärbar. Ergebnisse epidemiologischer Studien zu Zusammenhängen zwischen PCDD/PCDF-Expositionen und Krebsinzidenz sind nicht signifikant. Rückschlüsse auf die für den Menschen toxischen Dosen sind lediglich für PCDF bei YUSHO-Patienten möglich (YUSHO-Krankheit, Vergiftungsfälle in Japan durch den Verzehr von PCB- und furanhaltigem Reisöl). Der Gesamtintake betrug bei diesen Intoxikationen 3,3 – 3,8 mg/Person; für 2,3,7,8-TCDF 400 – 500 µg/Person.

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Diuron (3-(3,4-dichlorophenyl)-1,1-dimethylurea, DCMU)

Dioron ist ein weißer kristalliner Stoff. Totalherbizid, welches Pflanzen durch Hemmung der Photosynthese abtötet. Der Schmelzpunkt liegt bei 158 °C und der Siedepunkt bei 180 °C. Es wurde 1954 von der Firma Bayer unter dem Namen Diuron als Unkrautbekämpfungsmittel eingeführt und wird zur völligen Beseitigung von Pflanzen verwendet. Diuron wurde weiterhin zum Schutz von Holz und Mauerwerk und als Beschichtungsmittel eingesetzt. Diuron ist in kristalliner Form erhältlich und nur schwer wasserlöslich.

Verwendung:

Diuron wurde als Herbizid mit selektiver Wirkung im Zuckerrohr-, Getreide- und Baumwollbau eingesetzt. Wirkstoffe wie Diuron wurden auch in relativ hoher Konzentration auf Gleisanlagen verwendet. In höherer Dosierung findet es in Kombination mit anderen Herbiziden auch Verwendung als Total- und Semitotalherbizid.

Schadwirkung:

Für den Menschen besteht Gesundheitsgefahr beim Verschlucken. Ernste, irreversible Schäden treten nach längerer Exposition auf. Eine hohe Toxizität besteht auch für Wasserorganismen und es können sich längerfristige schädliche Wirkungen für das Gewässer einstellen. LD50 Ratte (oral) laut WHO: 3,4 g/kg.

Umweltverhalten:

Diuron ist als stark gewässergefährdend eingestuft. Auf Grund der relativ hohen Dosierung kann es zu Anreicherungen im Untergrund kommen. Bis zum Verbot der Anwendung im Jahre 1997 wurde es benutzt, um Gleisanlagen pflanzenfrei zu halten. Eine Untersuchung des Instituts Fresenius hält es nur unter ungünstigen Bedingungen für möglich, dass Diuron ins Grundwasser gelangen kann. So wird zum Beispiel beim Aufbau des Schotterkörpers von Bahngleisen der Mutterboden entfernt, sodass das Rückhaltevermögen des Untergrundes deutlich reduziert ist. Dräneinrichtungen im Bereich von Gleisanlagen können die Verlagerung des Wirkstoffes ins Grundwasser erheblich beschleunigen. Damit wird die Verweilzeit in den "aktiven" Bodenschichten (in denen ein Abbau durch Mikroorganismen erfolgen könnte) deutlich reduziert.

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DNAPL

Wichtiger Begriff für die Bewertung von Grundwasserschäden.

Fast alle Chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW) sind schwerer als Wasser. Im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch werden organische Stoffe mit über 1 g/cm3 liegenden Dichten als dense non aquous phase liquids (DNAPL) bezeichnet. Dieser Terminus beschreibt das Verhalten organischer Flüssigphasen, die schwerer sind als Wasser. Besonders wichtig für die Gruppe der LCKW.

 

Die das DNAPL-Verhalten im Untergrund steuernden Einflußgrößen können in stoffspezifische Eigenschaften und gesteinsspezifische Parameter differenziert werden. Zu den wichtigsten stoffspezifischen Charakteristika zählen Oberflächenspannung, Dampfdruck, relative Dampfdichte, Viskosität, Dichte, Löslichkeit und Abbaubarkeit. Darüber hinaus bestimmt die Nicht-Mischbarkeit der DNAPL mit Wasser in besonderem Maße das Verhalten im Untergrund. Als wichtigste gesteinsspezifische Merkmale sind Porosität, Residualsättigung, Benetzbarkeit und Eintrittskapillardruck anzuführen, wobei die gesteinsorientierten Eigenschaften naturgemäß wieder in Wechselwirkungen mit den jeweiligen stoffspezifischen Daten stehen. Abschließend spielen die durch Stoff-, Gesteins- und Umgebungseigenschaften bedingten Prozesse in Form von Diffusion und Sorption/Desorption eine wichtige Rolle. Die DNAPL-Eigenschaft der LCKW bewirkt maßgeblich die hohe Wassergefährlichkeit dieser Stoffe.

Siehe auch:

 DNAPL in Boden und Grundwasser – Verhalten von LCKW und PAK-Ölen

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Dosierung

Die Dosierung ist die Pro Zeiteinheit (Tag) verabreichte Menge (Dosis) eines Stoffes pro kg Körpergewicht eines Lebewesens, z. B. 5 µg/(kg d).

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Dosis

Die zu einem bestimmten Zeitpunkt verabreichte Wirkstoffmenge.

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Dreckiges Dutzend (siehe auch POP)

Im Dezember 2000 fand in Johannesburg die 5. UNO-Konferenz zur weltweiten Ächtung und zum Verbot der POPs statt. POPs (Persistent Organic Pollutants) sind hochgiftige, weltweit verbreitete Dauergifte, worunter man die folgenden 12 Substanzen zusammenfasst (sog. „Dreckiges Dutzend“).

       - Aldrin                      - Dieldrin                    - Hexachlorbenzol

       - Furane                    - Dioxine                     - Mirex                        

       - Chlordan                 - Endrin                      - PCB

       - DDT                       - Heptachlor                - Toxaphen

 

Diese geächteten Stoffe besitzen ein sehr hohes Anreicherungspotential in der Nahrungskette. Die Gesundheitsgefährdung besteht in erster Linie in karzinogenen Eigenschaften dieser Stoffe.

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