Das DSC-Schadstofflexikon

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LC50 (Lethal Concentration Fifty)

Mittlere tödliche Konzentration eines Stoffes oder einer Zubereitung, die nach Aufnahme über die Atemwege von Versuchstieren innerhalb eines bestimmten Zeitraumes die Hälfte der Versuchstiere tötet. Sie wird ausgedrückt in Milligramm pro Liter Luft pro 4 Stunden und wird an der Ratte als Versuchstier bestimmt.

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LCKW (Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe)

Untergruppe der HKW. Es handelt sich fast immer um sog. DNAPL.

Die kurzkettigen LCKW wie haben relativ niedrige Siedepunkte und hohe Dampfdrucke - sie sind daher leicht flüchtig. Die wichtigsten Vertreter sind: Tetrachlorethen (PER) , Trichlorethen (TRI) , 1.1.1-Trichorethan (1.1.1-Tri) und Dichlormethan (Dichlormethan, DCM). Da sie ausgezeichnete Eigenschaften zur Fettlösung besitzen, werden sie in Industrie und Gewerbe u. a. zur Entfettung von Metallen, zum Entfernen von Farbe, als Extraktionsmittel und zur Textilreinigung eingesetzt.

LCKW wurden/werden im wesentlichen in folgenden Branchen verwendet:

  • Automobilproduktion
  • Metallverarbeitung
  • Chemische Reinigungen
  • Lackherstellung
  • Tierkörperverwertungsanstalten
  • Druckereien
  • Textilindustrie
  • Chemische Industrie (Extraktions- und Lösungsmittel)
  • Kaffeeröstereien
  • KFZ-Reparaturwerkstätten

Die Vielzahl der nach dem alten „Gewässerschaden-Haftpflichtmodell“ deckungspflichtigen LCKW-Grundwasserschäden war gegen Ende der 80iger Jahre mit auslösend für die Entwicklung des HUK-Modells. Mit der Umsetzung des UHV-Modells wurden die häufig durch sogenannte „Topf- und Kleckerschäden“ und „quasi im Rahmen des normalen Betriebsgeschehens“ entstandenen LCKW-Gewässerschäden vom Deckungsumfang ausgeschlossen.

Im UHV-Modell wird dieser Ausschluss wie folgt definiert:

Nicht versichert sind Schäden, die durch:

·        betriebsbedingt unvermeidbare

·        notwendige oder

·        in Kauf genommene

Umwelteinwirkungen entstehen.

LCKW besitzen ein extrem hohes Gefährdungspotential für das Grundwasser.

Die wesentlichen Gründe hierfür sind nachfolgend erläutert:

·        Die LCKW besitzen aufgrund ihrer hohen Dichte, niedrigen kinematischen Viskosität und niedrigen Oberflächenspannung ein hohes vertikal gerichtetes Migrationspotential als Schwerphase. Dies führt dazu, dass LCKW bei entsprechender Eintragsmenge tief in den Aquifer eindringen und im Extremfall mehrere Grundwasserstockwerke als Phase kontaminieren können.

·       LCKW besitzen mit Löslichkeiten von einigen 100 bis einigen 1.000 mg/l geringe absolute Löslichkeiten, die die Ausbildung von eigenständigen Phasenkörpern in der gesättigten Bodenzone ermöglichen. Andererseits sind die relativen Löslichkeiten hoch, da sie weit oberhalb der tolerierbaren Konzentrationen (Überschreitung der Auslöseschwellen für Sanierungen) liegen und somit zu starken Grundwasserverunreinigungen führen.

·        Die Desorption läuft unter Ungleichgewichtsbedingungen ab, so dass die „natürliche Selbstreinigung“ des Grundwassers extrem lange Zeiträume in Anspruch nimmt.

·        LCKW sind im Vergleich zu halogenfreien Kohlenwasserstoffen, wie Heizöl, Diesel und Vergaserkraftstoff schlecht und nur unter besonderen Milieubedingungen überhaupt biologisch abbaubar.

 

Zu den leichtflüchtigen CKWs gehören auch die als Kühl- und Treibmittel eingesetzten, chemisch sehr stabilen FCKWs (z.B. Trichlorfluormethan). Nach ihrer Anwendung gelangen diese Stoffe meist ungehindert in die Umwelt und diffundieren in die höheren Schichten der Atmosphäre, wo sie die Ozonschicht abbauen, die uns vor der energiereichen, kosmischen UV-Strahlung schützt.

 

Siehe auch:

Bodenluftsanierungen  Theoretische Grundlagen und Praxiserfahrungen

Migrationsverhalten organischer Grundwasser-Inhaltsstoffe und daraus resultierende Ansätze zur Beurteilung von Monitored Natural Attenuation (MNA)

Migration und Dechlorierierung von LCKW in Grundwasserleitern
Erkenntnisse aus der gutachterlichen Bearbeitung von Grundwasserschäden und Hinweise zur Anwendung von MNA

Vergleich von LCKW-Grundwassersanierungen durch „Pump and Treat“ und Reaktiven Systemen – Verfahren und Kosten

Grundwasserverunreinigungen durch LCKW
- Entwicklung des Kenntnisstandes über vier Jahrzehnte –

Ausbreitung von CKW und MTBE im Grundwasser
 - Grundwassertransport und Fahnenlängen -

Sanierungsoptimierung von CKW-Grundwasserschäden
- Möglichkeiten zur Reduzierung der Sanierungskosten -

Kosten zur Sanierung von Grundwasserverunreinigungen durch CKW
und Ansätze zur Definition der Verhältnismäßigkeit von Sanierungsmaßnahmen

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LD50 (Lethal Dose Fifty)

Mittlere tödliche Menge eines Stoffes oder einer Zubereitung, die nach Verbringen in den Magen oder auf die Haut von Versuchstieren derselben Art von deren Körper aufgenommen wird und die Hälfte der Versuchstiere tötet. Sie wird ausgedrückt in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

 

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LHKW (Leichtflüchtige Halogenierte Kohlenwasserstoffe)

Als Halogenkohlenwasserstoffe werden Kohlenwasserstoffe bezeichnet, bei denen die Wasserstoffatome durch Halogene ersetzt sind. Insofern sind die LHKW ein Oberbegriff für die Stoffgruppen der LCKW und LFKW. Die Halogene sind Elemente wie Fluor, Chlor und Brom, die mit Metallen Salze bilden. Der bekannteste halogenierte Kohlenwasserstoff ist das FCKW; der Anteil anthropogen ausgebrachten FCKW als den Treibhauseffekt mitverursachender Stoff beträgt 17%, zudem ist FCKW der Hauptverursacher des Ozonlochs.

Siehe auch:

Bodenluftsanierungen  Theoretische Grundlagen und Praxiserfahrungen

Migrationsverhalten organischer Grundwasser-Inhaltsstoffe und daraus resultierende Ansätze zur Beurteilung von Monitored Natural Attenuation (MNA)

Migration und Dechlorierierung von LCKW in Grundwasserleitern
Erkenntnisse aus der gutachterlichen Bearbeitung von Grundwasserschäden und Hinweise zur Anwendung von MNA

Vergleich von LCKW-Grundwassersanierungen durch „Pump and Treat“ und Reaktiven Systemen – Verfahren und Kosten

Grundwasserverunreinigungen durch LCKW
- Entwicklung des Kenntnisstandes über vier Jahrzehnte –

Ausbreitung von CKW und MTBE im Grundwasser
 - Grundwassertransport und Fahnenlängen -

Sanierungsoptimierung von CKW-Grundwasserschäden
- Möglichkeiten zur Reduzierung der Sanierungskosten -

Kosten zur Sanierung von Grundwasserverunreinigungen durch CKW
und Ansätze zur Definition der Verhältnismäßigkeit von Sanierungsmaßnahmen

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Lindan

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide, auch Holzschutzmittel

Vertreter der HKW, Untergruppe SCKW

Lindan, chemisch gamma-Hexachlorcyclohexan, ist ein chlorierter Kohlenwasserstoff. Lindan ist ein Insektizid, das in der Land- und Forstwirtschaft (hier bevorzugt gegen Boden- und rindenbewohnende Forstschädlinge) sowie zur Schädlingsbekämpfung in Speichern eingesetzt wurde bzw. heute noch eingesetzt wird. Der Handelsname Lindan (auch: Gammexan) bezeichnet nur eine von acht nahezu identischen chemischen Verbindungen (sogenannten Isomeren) mit dem wissenschaftlichen Namen Hexachlorcyclohexan (HCH), die erstmals 1825 hergestellt wurden (siehe Hexachlorcyclohexan).

Die insektiziden Eigenschaften des HCH wurden 1935 entdeckt; seit 1942 wird es zur Schädlingsbekämpfung vermarktet. Über die weltweiten Produktionsmengen liegen nur lückenhafte Angaben vor.

Größter deutscher Hersteller war die Firma Boehringer Ingelheim KG, die in ihrem Hamburger Werk jährlich 12.500 Tonnen Roh-HCH (entsprechend 1.500 Tonnen Lindan) produzierte. Obwohl bei der Synthese der eigentliche Wirkstoff Lindan nur mit einer Ausbeute von 15% gebildet wird, wurde lange Zeit das bei der technischen Synthese gebildete Stoffgemisch als Insektizid verwendet. Daher finden die Umweltanalytiker heute nicht nur das Lindan, sondern auch seine z.T. noch schwerer abbaubaren Koppelprodukte alpha-HCH und beta-HCH weiträumig verteilt vor.

Seit Anfang der 50er Jahre fand Lindan breite Anwendung auch in Haushaltsartikeln. Bis 1985 enthielten ca. 45 % der amtlich zugelassenen Holzschutzmittel diesen Wirkstoff in Konzentrationen zwischen 0,4 und 15 %. Produktionsbedingt kann auch Lindan Dioxine enthalten, jedoch in geringeren Konzentrationen als PCP

Seit 1980 darf Lindan in der Bundesrepublik nur noch isomerenrein als Fraß- und Kontaktgift verwendet werden. Es wird bei der Bekämpfung von Borkenkäfern und als Mittel gegen Kopfläuse eingesetzt. Nachdem das Hamburger Boehringer-Werk 1984 wegen Dioxinverseuchung geschlossen werden mußte, wird Lindan in der Bundesrepublik nicht mehr hergestellt. Inzwischen ist Lindan weitgehend durch Pyrethroide ersetzt worden.

 

Schadwirkung:

Lindan ist gut fett-, aber nur minimal wasserlöslich. Es wird sowohl über den Verdauungstrakt als auch über die Haut rasch und komplett aufgenommen und über das Blut vor allem in fettreiche Körperpartien befördert: Fettgewebe Knochenmark und Nervensystem, Gehirn. Lindan wurde weiterhin in der Muttermilch nachgewiesen. Ein Teil wird abgebaut und über Kot und Urin wieder ausgeschieden. Durch die Anreicherung im Körper ist es schwierig, für Lindan genaue Verweilzeiten zu ermitteln, es werden Wochen diskutiert. 

Lindan ist ein Nervengift. Es erzeugt an den Nervenmembranen in geringen Konzentrationen Übererregbarkeit, wobei vor allem die motorischen, in geringerem Maße auch die sensorischen Nerven betroffen sind. Dabei entstehen Tremor (Zittern) und Muskelkrämpfe. Als Spätfolgen können motorische und sensible Störungen zurückbleiben. 

Mögliche Symptome einer Lindanvergiftung:

Übelkeit, Erbrechen, Unruhe, Krämpfe, Gleichgewichtsstörungen, Überempfindlichkeit, Lähmungserscheinungen, Schweißausbrüche, Pupillenerweiterung, Abgeschlagenheit, Schwindel, Muskelschmerzen, zentralnervöse Effekte, sensorische und motorische Ausfälle, Tremor (Zittern); Zuckungen, Empfindungsstörungen, Schwächung der Immunabwehr (Lymphozytenzahl verringert), Tumorpromovierung, Einfluß auf das Knochenmark bzw. die Blutbildung, Auftauchen von Symptomen wie bei Parkinsonismus und Multiple Sklerose, Schädigung von Leber und Milz, Degeneration der Herz und Skelettmuskuluatur, vereinzelt auch Auslösung allergischer Reaktionen.

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LNAPL

Wichtiger Begriff für die Bewertung von Grundwasserschäden.

Die meisten Kohlenwasserstoffe (d. h. nicht chlorierte Verbindungen) sind leichter als Wasser und bilden auf dem Wasser (Grundwasser, Oberflächengewässer) aufschwimmende Phasen. Fast alle Chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW) sind dagegen schwerer als Wasser. Im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch werden organische Stoffe mit unter 1 g/cm3 liegenden Dichten als light non aquous phase liquids (LNAPL) bezeichnet. Dieser Terminus beschreibt das Verhalten organischer Flüssigphasen, die leichter sind als Wasser.

Die bedeutendsten LNAPL-Verbindungen sind Kraftstoffe (Vergaserkraftstoffe, Kerosin, Diesel), auch Heizöl EL gehört dazu. Besonders wichtig sind die BTEX.

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Lösemittel

Organische Lösemittel sind flüchtige Verbindungen, die andere Stoffe (z.B.. Farben, Kleber) lösen oder verdünnen, ohne sie chemisch zu verändern. Meist handelt es sich dabei um Stoffgemische und nicht um Einzelsubstanzen. Die Gemische setzen sich in der Regel aus den Substanzklassen der Aldehyde, Ketone, Aliphatische Kohlenwasserstoffe und Aromatische Kohlenwasserstoffe, Alkohole und Ester zusammen. Zu den wichtigsten aromatischen Lösemitteln zählen die Stoffe Benzol, Toluol und Xylol. Während und nach der Verwendung von Mitteln (z.B. beim Kleben, Streichen, Lackieren) entweichen diese Stoffe in die Raumluft und werden über die Atmung vom menschlichen Organismus aufgenommen.

Neben den vorgenannten chlorfreien sind die chlorhaltigen Lösemittel von besonderer Umweltrelevanz. Nach Angaben von Eurochlor, einem Zusammenschluß der europäischen Chlorchemie-Industrie, wurden 1992 in Europa knapp 600.000 Tonnen chlorierte Lösemittel, d. h. im wesentlichen Dichlormethan, Tetrachlorethen und Trichlorethen produziert.

Die chlorhaltigen Lösemittel werden vom Organismus nach Einatmen oder Verschlucken schnell resorbiert. Da sie die Blut-Hirnschranke überwinden können, treten bei akuten Vergiftungen häufig betäubende Wirkungen auf. Chronische Vergiftungen über mehrere Jahre können zu irreversiblen neurologischen Schäden führen. Besonders Chlormethan und Dichlormethan wirken schädigend auf das Zentralnervensystem.

Siehe auch:

Bodenluftsanierungen  Theoretische Grundlagen und Praxiserfahrungen

Migrationsverhalten organischer Grundwasser-Inhaltsstoffe und daraus resultierende Ansätze zur Beurteilung von Monitored Natural Attenuation (MNA)

Migration und Dechlorierierung von LCKW in Grundwasserleitern
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Grundwasserverunreinigungen durch LCKW
- Entwicklung des Kenntnisstandes über vier Jahrzehnte –

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